Kapitel 9: Das Schönste am Verlieren

„Halt die Schnauze, Mario. Heute ist Fußball!“ Dem war nichts hinzuzufügen, dachte Mario, während er in die Runde schaute und den Blicken von Sid und Mike entnehmen konnte, dass sie Joschis Aussage uneingeschränkt zustimmten. Es war von vornherein eine dumme Idee gewesen, gestand er sich ein, seine Begegnung mit Luisa hier und heute thematisieren zu … Weiterlesen Kapitel 9: Das Schönste am Verlieren

Kapitel 8: TÜV-Plaketten für die Seele

Plötzlich stand sie vor ihm. Ohne Zweifel, das ist sie, dachte Mario. Aber warum ausgerechnet hier, warum ausgerechnet heute? Und wieso erkannte sie ihn nicht wieder? Darauf war er nicht vorbereitet, darauf konnte er gar nicht vorbereitet sein. Also starrte er sie an, so wie er es schon bei ihrer ersten Begegnung auf der Damentoilette … Weiterlesen Kapitel 8: TÜV-Plaketten für die Seele

Kapitel 7: Wann kommt der Wind?

Als hätte jemand den Mute-Knopf gedrückt, dachte Mario, während er aus dem Fenster auf die schneebedeckte Straße schaute. Schon vorhin, kurz nachdem er wach geworden war, hatte er das Gefühl gehabt, dass etwas anders war als sonst. Dass es seltsam still war für einen Freitagmorgen. Nun sah er den Grund für die gedämpfte Geräuschkulisse, deren … Weiterlesen Kapitel 7: Wann kommt der Wind?

Kapitel 6: Ausgang Freiheit

Beinahe andächtig sah Mario dem Mann, der sich ihm als Pico vorgestellt hatte, dabei zu, wie er sein Heroin aufkochte. Mario saß schweigend daneben und beobachtete jeden einzelnen Handgriff Picos, der dabei so routiniert wirkte, als habe er nie etwas anderes getan. Seine aufgequollenen Hände, blau vor Kälte und rau wie Schmiergelpapier, arbeiteten erstaunlich filigran. … Weiterlesen Kapitel 6: Ausgang Freiheit

Kapitel 5: Tribüne der Gleichgültigkeit

Er war, wie immer, zu spät. Als Mario den Raum B38 des Hörsaalzentrums betrat, hatte die Vorlesung längst begonnen. Dennoch beachtete ihn niemand, was Mario irgendwie sympathisch fand. Er setzte sich in die letzte Reihe. Ganz außen, so wie er es immer schon getan hatte. Nah am Fluchtweg, dachte Mario, man weiß ja nie. Er … Weiterlesen Kapitel 5: Tribüne der Gleichgültigkeit

Kapitel 4: Sonntags beim Dicken

Nichts hasste Mario Maas so sehr wie Sonntage. Und der erste Sonntag eines neuen Jahres war der schlimmste überhaupt. Den Übergang von Wochenende zu Alltag fand er einfach zu brutal. Eigentlich müsste man zwischen Sonntag und Montag einen festen Brückentag einführen, überlegte Mario, einen achten Wochentag. Einen Tag, an dem man noch nicht arbeiten müsse, … Weiterlesen Kapitel 4: Sonntags beim Dicken

Kapitel 3: Neues Jahr, neues Leid

Wann ist es denn endlich soweit? Das war sein erster Gedanke im Neuen Jahr. Mario aber wähnte sich noch im Alten und es bedurfte mehrerer ungläubiger Blicke auf die Uhr, ehe er sich seinen Irrtum eingestand. 5 Uhr 18. Auf dem Tisch vor ihm lagen die Relikte der Vergangenheit. Unzählige Flaschen Bier, zwei bauchige Whiskey-Gläser … Weiterlesen Kapitel 3: Neues Jahr, neues Leid

Kapitel 2: Gefühle im Keller

Als Mario am Hauptbahnhof angekommen den verwaisten Willy-Brandt-Platz erblickte, waren seine letzten Zweifel verflogen. Weihnachten war tatsächlich vorbei. Hier, wo sich noch wenige Tage zuvor, lieblos zusammengezimmerte Holzbuden aneinandergereiht Weihnachtsmarkt nannten, war nun wieder gähnende Leere. Die graue Großstadttristesse, die jeden Zugereisten beim Verlassen des Bahnhofs erschrecken ließ, endlich hatte er sie wieder. Endlich konnte … Weiterlesen Kapitel 2: Gefühle im Keller

Kapitel 1: Je später der Abend, desto schöner die Schnäpse

Den Abend des zweiten Weihnachtstags hatte er in der Kneipe verbracht. Direkt gegenüber, im Stadtkrug. Es war sein Standort, der den Stadtkrug zu einer seiner Stammkneipen machte. Er war deutlich zu jung für den Stadtkrug, die Musik war scheußlich und die anderen Trinker langweilten ihn. Alte, vom Frust gezeichnete Männer, die ihre Weisheit dem Boulevard … Weiterlesen Kapitel 1: Je später der Abend, desto schöner die Schnäpse